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Catrin kämpft gegen den Krebs im Kinderspital Zürich

Catrin feiert Weihnachten isoliert – aber nicht alleine

Kein Kind sollte Weihnachten im Spital verbringen müssen. Doch für die fünfjährige Catrin ist es die einzige Chance, ihren Krebs zum zweiten und endgültigen Mal zu besiegen.

 

Im Januar 2019 endlich ein Lichtblick: Nach zweijähriger Behandlung am Berner Inselspital war der Blutkrebs weg, die Chemotherapie hatte gewirkt. «Catrin konnte endlich ein normales Leben führen. Der Kindergarten stand an – sie konnte es kaum erwarten», erinnert sich ihre Mutter Janett.

 

Doch es kam anders

Catrins farbenfroher Rucksack für den Kindergarten lag bereit, als sich auf ihren Beinen dunkle Flecken bildeten. Schnell ging es ins Spital, wo die Ärztin das Schreckenswort aussprach: «Rückfall» – der Blutkrebs war zurückgekehrt und er breitete sich aus. «Das war wie ein Schlag mit dem Hammer, wir fielen aus allen Wolken», sagt ihr Vater Philipp. Doch die Familie liess sich nicht unterkriegen, für ihre tapfere Tochter würden sie nochmals stark sein.

 

Mit ganzer Kraft gegen den Krebs

Sofort legte man in Bern mit einer Chemotherapie los, dem Mädchen fielen die vor Kurzem nachgewachsenen Haare erneut aus. Catrin wurde nach Zürich ins Kinderspital verlegt, weil sich hier die grösste pädiatrische Abteilung für Stammzellentransplantation der Schweiz befindet. Die Ärztinnen und Ärzte leiteten eine aggressivere Behandlungsform ein: Catrin erhielt künstliche Antikörper, die ihrem eigenen Immunsystem halfen, die Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Diese neuartige Immuntherapie schlug an, reichte jedoch nicht aus. Catrins Körper musste zusätzlich bestrahlt werden, um verbliebene Leukämiezellen zu beseitigen. Danach sollte eine Stammzellenspende dafür sorgen, dass sich wieder neues Blut bildet und die Immunzellen des Spenders allfällige überlebende Krebszellen endgültig vernichtet.

 

Spende aus dem Ausland

Leider passten die Stammzellen ihrer Eltern und ihrer älteren Schwester nicht, weshalb man die Suche nach Spendern international ausweitete: Und tatsächlich – sechs Wochen später hob ein Flugzeug von einem fernen Flughafen ab, das die Stammzellen einer gesunden Spenderin nach Zürich transportierte. «Catrin erhielt damit die Chance auf ein neues Leben», sagt ihr Vater Philipp.

 

Weihnachten in Isolation

Seit rund vier Wochen liegt Catrin in einer gläsernen Isolationskabine. An den Wänden hängen Kinderzeichnungen, neben dem Mädchen liegen zwei Kuscheltiere. Catrins Immunsystem ist noch unterdrückt und damit anfällig für Erreger und Viren. Die Kabine schützt sie davor. Ihre Mutter Janett verbringt viele Stunden an ihrer Seite und übernachtet im Elternzimmer, ganz in der Nähe des Spitals.

«So haben wir uns Weihnachten zwar nicht vorgestellt», sagt Janett, doch nehme die Familie nun jeden Tag wie er kommt. «Wir planen nicht weit in die Zukunft, sondern leben in der Gegenwart und versuchen, unser Bestes daraus zu machen.» Den heutigen Weihnachtsabend wird die Familie bei Catrin verbringen, zwar ausserhalb der Kabine, aber ganz in ihrer Nähe. «Das Pflegepersonal hat die Station der Abteilung Stammzelltransplantation für uns weihnachtlich dekoriert» sagt Philipp: «Wir sind ihnen und den Ärztinnen und Ärzten unendlich dankbar.» Er merkt, dass sich das Kinderspital an die Bedürfnisse der Kinder ausrichtet und die Mitarbeitenden die jungen Patientinnen und Patienten ins Herz schliessen.

 

Nur ein Weihnachtswunsch

«Unsere Tochter soll gesund werden» – das ist der einzige Wunsch der Familie. Catrin soll ein normales Leben führen, mit ihrem Hund herumtoben, das Pferd der Nachbarsfamilie reiten, den Kindergarten besuchen und neue Freunde kennenlernen können.