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Dorothea Zeller Leiterin Zentralsterilisation Kinderspital

Der Kreislauf der OP-Instrumente

Sie hat den Keimen den Kampf angesagt: Dorothea Zeller ist Leiterin der Zentralen Sterilgut-Versorgungsabteilung (ZSVA), kurz: der «Zentralsteri» am Kinderspital Zürich. Zusammen mit ihrem Team sorgt sie für einen reibungslosen Instrumentenkreislauf.

Dorothea Zeller schaut ganz genau hin, als ich meine Hände desinfiziere. Mit meinem ersten Versuch ist sie nicht zufrieden – bestimmt, aber mit einem verschmitzten Lächeln, besteht sie darauf, dass ich die Händedesinfektion genauso ausführe, wie es auf dem Schaubild an der Wand abgebildet ist. Dorothea Zeller ist Leiterin der Zentralen Sterilgut-Versorgungsabteilung (ZSVA) – und sie ist zu recht streng, wenn es um Händehygiene geht. Denn die «Zentralsteri», wie die Abteilung intern genannt wird, trägt einen grossen Teil dazu bei, dass im Spital möglichst keine postoperativen Wundinfektionen entstehen.

Drei Zonen der Sauberkeit
Dorothea Zellers Schicht beginnt – nach dem Kleiderwechsel und der Händedesinfektion – mit einem Gang in den OP-Trakt, um die bereits verwendeten «Siebe» abzuholen. So heissen die Instrumenten-Sets, die auf spezifische Operationen abgestimmt sind. Die gebrauchten Siebe gelangen in der Zentralsteri erst einmal in die Schmutzzone, die erste von drei Zonen. Dort werden diejenigen Instrumente, die Hohlräume haben, von Hand gereinigt. Danach erwartet sie der erste Waschgang in einer der zwei überdimensionalen Waschmaschinen.

Desinfiziert ist nicht steril
Durch eine Tür neben den Waschmaschinen führt mich Dorothea Zeller in die zweite Zone, die Verpackungszone. Die eine Waschmaschine ist fertig und die Instrumente sind bereits getrocknet: Sie sind desinfiziert, aber noch nicht steril. Vorsichtig stellt Dorothea Zeller die Instrumente auf einen der Verpackungstische. Mit einem Barcode-Leser scannt sie ein Sieb: Auf dem PC erscheint die sogenannte «Packliste», eine Liste der Instrumente, die in dieses spezifische Sieb gehören. Mit flinken Handgriffen sammelt sie die entsprechenden Instrumente ein, hakt sie auf der Packliste ab und ordnet sie fein säuberlich ins Sieb ein. Anschliessend packt sie das Sieb in ein Spezialpapier ein, verstaut das Paket in einen Sterilisier-Container, etikettiert es und schiebt es in die Sterilisationsmaschine, den so genannten «Autoklaven». Die Sterilisation startet.

Kontrolle ist alles
Wir gehen wieder durch eine Tür und gelangen in die dritte Zone, die Ausgabezone. Hier werden die sterilen Pakete aus dem Autoklaven auf Unversehrtheit und Trockenheit kontrolliert. Wie in allen Schweizer Spitälern kommt am Kinderspital bei der Sterilisation das Creutzfeld-Jakob-Programm zur Anwendung, bei dem nicht nur Keime abgetötet, sondern auch Prionen unschädlich gemacht werden. Dieses Programm muss exakt eingehalten werden. Nach jedem Sterilisations-Durchgang überprüfen Dorothea Zeller und ihr Team deshalb die aufgezeichnete Temperaturkurve sowie einen Kontrollstreifen. Bei Unregelmässigkeiten geben sie das betroffene Sterilisationsgut in die zweite Zone zurück. Nach der Kontrolle steht die Kommissionierung an: Das Sterilgut wird wieder in den OP-Bereich gebracht, wo es gut verpackt auf die nächste Operation wartet. Der Instrumentenkreislauf schliesst sich.

365-Tage-Service dank Pikettdienst
Mit zwei Schichten pro Tag und Pikettdiensten halten Dorothea Zeller und ihr Team den Instrumentenkreislauf an 365 Tagen im Jahr aufrecht. Rund 20 Mal im Jahr muss die Mitarbeiterin mit Pikettdienst ausrücken – immer dann, wenn eine spezielle Operation, für die am Kinderspital nur ein Instrumentensieb existiert, in kurzer Zeit zwei Mal durchgeführt werden muss. Innerhalb von zwei Stunden muss die diensthabende Person im Spital sein und ihre Arbeit beginnen – natürlich mit einer gründlichen Händedesinfektion exakt nach Schaubild.