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Pflegefachfrau kümmert sich um Säugling auf Intensivstation

Auf der Intensivstation ist auch Kreativität gefragt

Schnell handeln, vorausschauend denken, sich auf das Team verlassen: Unsere Pflegefachfrau Johanna Degenhardt erzählt aus dem Pflegealltag auf der Intensivstation.

Autorin: Gabriella Alvarez-Hummel

 

Ich weiss nicht, ob es Glück oder Zufall war, dass ich in der Pädiatrie gelandet bin. Damals war mir noch gar nicht bewusst, ob ich mit Kindern oder Erwachsenen arbeiten möchte. Vielleicht war es irgendwie Schicksal. Jedenfalls bin ich heute extrem dankbar dafür.

 

Schon damals in der Grundausbildung in Hamburg habe ich ein Praktikum auf der Intensivstation (IPS) gemacht. Mich faszinierten sofort die Vielseitigkeit und die schnell wechselnden Situationen. Durch fundiertes Fachwissen, schnelles Handeln und mithilfe der technischen Geräte konnte den Patientinnen und Patienten oft geholfen werden. Aber das Allerwichtigste ist nach wie vor, nie den Blick für das Wesentliche aus den Augen zu verlieren: den Menschen.

 

Laufend kontrollieren und interpretieren

Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr sich die Arbeit und das Kämpfen lohnen. Das Potenzial der Kinder fasziniert mich jeden Tag aufs Neue. Obwohl die Schicksale oft schwer sind, entstehen immer wieder kleine Wunder. Es ist erstaunlich, was möglich ist.

 

Bei uns ist oft Kreativität gefragt: Wenn Patientinnen und Patienten etwa zu klein sind oder entsprechendes Material nicht verfügbar ist, dann müssen wir beispielsweise Installationen oder Gerätschaften anpassen oder so fixieren, dass sie halten. Der Standard ist eher auf erwachsene Patienten ausgelegt. Dann ist handwerkliches und kreatives Geschick gefragt, wenn man das so sagen darf. Das ist es auch, was den Pflegeberuf für mich so erfüllend macht: Man muss die Bedürfnisse jedes Einzelnen anschauen und wahrnehmen.

Pflegefachfrau betreut auf Intensivstation ein Neugeborenes

Nonverbales Beobachten der Patienten ist bei uns extrem wichtig. Wir kontrollieren und interpretieren laufend die Vitalparameter in Zusammenhang mit der Erkrankung. Und wir müssen vorausschauend denken: Was ist das nächste potenzielle Problem? Wie kann ich dem vorbeugen oder entgegenwirken? Man ist geistig und körperlich sehr gefordert. Natürlich haben wir auch ruhigere Dienste, aber eine halbe Stunde Pause liegt meist nicht drin, auch wenn es immer das Ziel wäre. Und wenn ein Transport kommt oder eine Notfallsituation eintritt, dann hat das selbstverständlich Priorität. Das gehört zum Alltag auf der IPS dazu. Kein Tag ist gleich.

 

Ein guter Tag auf der Intensivstation

Nach dem Mutterschaftsurlaub erlebte ich schon eine emotionale Achterbahnfahrt. Die Schicksale aus der Sicht als Mutter zu betrachten, war eine völlig neue Erfahrung für mich. Sie gingen mir tiefer unter die Haut. Ein guter Tag ist deshalb für mich, wenn ich neben der erledigten Arbeit auch genug Zeit habe für den Vertrauensaufbau mit den Kindern und ihren Angehörigen. Sodass die Eltern mit einem guten und sicheren Gefühl nach Hause gehen oder sich mal ausruhen können. Das ist mir wichtig, denn ich stelle mir immer vor, was mir in einer solchen Situation gut tun würde.

 

Ich schätze meinen Beruf vor allem auch dank der Teamarbeit. Wir sind auf der IPS nie alleine. Das stärkt und gibt Sicherheit. Alle bringen einen anderen Hintergrund mit. Auch ich nach 15 Jahren im Beruf kann mal fragen: Wie würdet ihr das jetzt machen? Das ist eine tolle Dynamik, die sehr wertschätzend ist. Es hilft ungemein, vor allem auch in schwierigen Situationen. Was auch hilft, ist Humor. Lachen muss Platz haben – und den hat es auch.

 


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