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Dank der Forschung fährt Thierry heute wieder Velo

Nach einem Schädel-Hirn-Trauma musste der 7-jährige Thierry alles von Grund auf neu lernen: gehen, greifen, sitzen und sprechen. Dank kindgerechter Therapien in unserem Rehabilitationszentrum geht er heute wieder zur Schule – und fährt Velo. 

 

Es geschah am 22. Dezember 2016: Thierry wurde auf dem Heimweg von der Schule von einem Auto erfasst und weggeschleudert. Der damals Siebenjährige war sofort bewusstlos. Für seine Familie war der Unfall ein unheimlicher Schock. «Alles wurde Knall auf Fall in Frage gestellt», erinnert sich seine Mutter Evelyne Dietrich. Im Spital folgte dann die Diagnose: Schädel-Hirn-Trauma, Oberschenkelbruch sowie ein Sehnen- und Bänderriss im Nacken.

 

Im Rehabilitationszentrum bekam er die Hilfe, die er brauchte

Drei Tage lang lag Thierry im Koma. Heiligabend war für seine Familie von der Ungewissheit überschattet, ob er überhaupt überleben würde. Am 25. Dezember erwachte er ganz langsam, aber er konnte weder reden noch essen noch sitzen. Doch es gab auch einen Lichtblick für Evelyne Dietrich: «Im Kopf war er ganz fit und verständigte sich mit uns mittels Zeichensprache.»

Nachdem Thierry drei Wochen lang auf der Intensivstation gelegen hatte, erhielt er einen Platz im Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche in Affoltern am Albis, das zum Kinderspital Zürich gehört. Für Evelyne Dietrich eine Erleichterung: «Uns wurde bald klar, dass er dort genau die Hilfe erhielt, die er brauchte.»

 

Kindergerechte Computergames motivieren zu Höchstleistungen

14 Monate lang war Thierry anschliessend im Reha-Zentrum und erhielt verschiedenste Therapien: Gangtherapie, Armtraining, Logopädie, Physio- und Sporttherapie. Er konnte schwimmen und klettern, basteln und werken. Im Rahmen der Ergotherapie übte er alltägliche Dinge. Motivierungsarbeit sei dabei nie nötig gewesen, erinnert sich Evelyne Dietrich: «Zum Glück ist er sehr ehrgeizig und will immer das Optimum rausholen.» Das Grösste aber waren für ihn die Computergames. Seine Lieblingstherapie: Armeo, eine Art Nintendo mit einem Roboterarm: Dieses sogenannte Exoskelett unterstützt die Patienten dabei, die nötigen Streck- und Greifbewegungen zu machen.

 

Dank Forschung haben Kinder Zugang zu moderner Rehabilitationstechnik

Um wieder laufen zu lernen, hat Thierry auch Gangtrainings auf dem Lokomaten absolviert, einem stützenden Exoskelett über einem Laufband, welches den Patienten beim Gehen unterstützt. Ergänzt wird das Gerät durch eine virtuelle Umgebung, die dazu führt, dass Kinder oft gar nicht merken, dass sie eigentlich intensiv trainieren. Forschende des Reha-Zentrums haben diese Geräte an die Bedürfnisse von Kindern angepasst und ihnen damit Zugang zu moderner Rehabilitationstechnik verschafft – denn wie der Grossteil der Medizintechnikgeräte sind auch Rehabilitationsgeräte in der Regel für Erwachsene konzipiert.

Dass Thierry wieder Velo fahren kann, ist nicht selbstverständlich

Thierry hat sehr gute Erinnerungen an die Reha. Das Rehabilitationszentrum ist für ihn zu einem zweiten Zuhause geworden, die Therapeuten und Pflegefachleute zu seiner Ersatzfamilie, wenn seine Eltern und seine beiden kleineren Brüder nicht bei ihm sein konnten. «Natürlich hätten wir ihn gerne bei uns zuhause gehabt», sagt Evelyne Dietrich, «aber im Reha-Zentrum machte er tolle Fortschritte, und es war uns bewusst, dass diese der intensiven Therapie zu verdanken waren. Und was ist schon ein Jahr im Vergleich zu einem ganzen Leben?»

Heute merkt man Thierry die Hirnverletzung nicht mehr sofort an. Einzig mit dem Gleichgewicht hat er noch etwas Mühe – was ihn allerdings nicht davon abhält, wieder Velo und Kickboard zu fahren. Ausserdem besucht er dieselbe Schulklasse wie vor dem Unfall. Dass dies nicht selbstverständlich ist, ist Evelyne Dietrich bewusst: «Wir sind unheimlich dankbar, dass Thierry den Unfall überlebt und sich dank der Rehabilitation wieder so gut erholt hat.»