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Tim blickt in die Kamera auf der Schoss seiner Mutter

Tim bekommt neue Chance – dank modernster Medizin

Tim war erst wenige Monate alt, da musste er bereits zum zweiten Mal gegen den Krebs ankämpfen. Dieser war besonders aggressiv. Seine letzte Hoffnung lag in einer neuen Therapie.

Tim war zehn Wochen jung, fünf Kilogramm leicht, er hatte sich gerade erst an die warmen Umarmungen und die liebevollen Stimmen seiner Eltern gewöhnt, als ein Arztbesuch sein Leben auf den Kopf stellte. Seiner aufmerksamen Kinderärztin fiel bei einer Routinekontrolle auf, dass Tim ungewöhnlich blass war. Sie schickte seine Blutprobe zur Analyse.

 

«Muss Tim sterben?»

Im Kinderspital Zürich stellten die Spezialistinnen und Spezialisten dann die Diagnose, welche die Welt der Familie zusammenbrechen liess: Tim hatte eine akute Leukämie. «Wir befürchteten das Schlimmste», sagt Matthias, Tims Vater. Der Schock sass tief, Angst breitete sich aus. «Erst als uns Dr. Jean-Pierre Bourquin erklärte, dass es Behandlungsmöglichkeiten gibt, schöpften wir etwas Hoffnung.» Während der Leiter des Onkologie-Zentrums am Kinderspital zusammen mit seinem Team eine auf Tim zugeschnittene Therapie vorbereitete, überbrachten die Eltern der engsten Familie die traurige Nachricht. «Am Telefon konnte ich die Tränen nicht zurückhalten, meine Stimme brach jeweils nach wenigen Worten», erinnert sich Tims Mutter Shoshana.

Es folgten Höhen und Tiefen über Wochen und Monate: Tim erhielt einen Venenkatheter, über den ihm die Chemotherapien verabreicht wurden. Der Katheter entzündete sich jedoch, musste operativ ersetzt werden. Die starken Medikamente vertrug der tapfere Säugling zwar gut, er zeigte aber kaum Appetit und musste deshalb über eine Magensonde künstlich ernährt werden.

Pflegefachfrau kümmert sich um krebskranken Tim

Im Kinderspital ist er in den besten Händen

Tim litt an einer besonders aggressiven Form der Säuglingsleukämie. «Im Internet hatte ich gelesen, dass wenige Kinder diese überleben», erinnert sich Matthias, «darauf verlor ich zum ersten Mal den Halt. Ich war am Boden zerstört.» Doch das Behandlungsteam am Kinderspital griff den Eltern unter die Arme, versicherte ihnen, dass alle ihr Bestmögliches taten für Tim.

Das sahen die Eltern auch: «Wir hatten von Beginn an vollstes Vertrauen in die Ärztinnen und Ärzte. Auch das Pflegefachpersonal leistet Gewaltiges: Sie strahlen Optimismus aus, arbeiten professionell und mit viel Leidenschaft. Sie suchen immer nach Wegen, um die schwierige Situation für uns erträglicher zu machen.» ­Eine Psychologin des Kinderspitals begleitete die Eltern durch die aufwühlenden Zeiten.

Tim und seine Mutter in der Isolationskabine

Tim verbrachte viele Wochen im Kinderspital, durfte zwischendurch nach Hause, wo ihn seine Eltern vor Viren und Krankheitserregern zu schützen versuchten, da sein Immunsystem geschwächt war. Währenddessen kämpfte sein kleiner Körper pausenlos gegen die Leukämiezellen an, die sich fortlaufend verminderten. Mit acht Monaten erhielt Tim dann fremde Stammzellen transplantiert, welche die Leukämie zum Verschwinden brachten. Doch leider nicht für immer.

 

Eltern legen sich zu Krebspatient

Der Krebs kommt zurück

Nur ein halbes Jahr später, Tim hatte seinen ersten Geburtstag gefeiert, war der Blutkrebs wieder zurück. «Natürlich hatten uns die Ärztinnen und Ärzte vorgewarnt, dass manche Krebs­arten besonders resistent sind. Trotzdem traf es uns wie ein Hammerschlag.»

Die Spezialistinnen und Spezialisten waren sich einig: Eine weitere Chemotherapie würde nicht ausreichen, nur die moderne CAR-T-Zell-Therapie konnte Tim noch das Leben retten. Bei dieser werden Immunzellen gentechnologisch so verändert, dass sie Leukämiezellen erkennen und bekämpfen. Dabei werden dem Patienten eigene Abwehrzellen entnommen, im Labor aufbereitet und über eine Infusion wieder zugeführt – ganz ohne Fremdspende.

Diese neuartige Therapie wurde am Kinderspital Zürich bereits mehrfach ­erfolgreich eingesetzt. Tims Blutkrebs wies allerdings besondere Ausprägungen auf, weshalb eine spezielle Form dieser Gentherapie notwendig war, zu der aber Forschungen weltweit erst angelaufen waren. Prof. Jean-Pierre Bourquin nutzte deshalb sein internationales Forschungsnetzwerk, um Tim die neue Therapie zu ermöglichen. Eine Kinderklinik in Deutschland erklärte sich bereit, Tim zu behandeln.

Tim hat Krebs, lächelt für Kamera

Tim profitierte von der ­Zukunftsmedizin

Tim war damit eines der ersten Kinder weltweit, die diese CAR-T-Zell-Therapie erhielten. Er profitierte also von einer Medizin, an der intensiv geforscht wird, die noch in den Kinderschuhen steckt, der aber eine grosse Zukunft in der Onkologie vorhergesagt wird. In der auch viel Hoffnung liegt für Kinder mit resistenten Leukämien.

Die Therapie schlug bei Tim an, die Leukämie konnte komplett zurückgedrängt ­werden. Für eine zweite Stammzelltransplantation und weitere Behandlungen kam der Junge ­wieder ins Kinderspital Zürich zurück. Wenige ­Wochen später, im Juni 2020, stapelt Tim zu ­Hause vergnügt Bauklötze, plappert die ersten Wörter nach, bemerkt die vielen Medikamente im Joghurt gar nicht, spielt mit seinen Eltern und krabbelt durch die Wohnung, wo die junge Familie ein möglichst normales Leben leben will: «Wir haben viel durchgestanden. Jetzt nehmen wir jeden Tag, wie er kommt, und machen das Beste daraus.» Das Behandlungsteam am Kinderspital ist stolz auf seinen jungen Patienten: Tim hat gekämpft und die Leukämie zum zweiten Mal besiegt.

 


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